Thermoelement Farbcode

Der Farbcode eines Thermoelements ist kein Zufall. An der Farbkennzeichnung der Leiter erkennen Sie, um welchen Thermoelementtyp es sich handelt und welcher Leiter den positiven beziehungsweise den negativen Schenkel bildet. Die Farbcodierung erleichtert die eindeutige Identifikation und sorgt für einen sicheren Anschluss. In der Praxis werden jedoch unterschiedliche Normen verwendet. Besonders die internationalen Standards IEC 60584-3, ANSI MC96.1 und JIS C 1602 unterscheiden sich teilweise deutlich. Dadurch kann dieselbe Farbe je nach Norm eine andere Bedeutung haben. Wird ein Thermoelement nach dem falschen Farbschema angeschlossen, kann dies zu fehlerhaften Temperaturmessungen oder zu einer vertauschten Polarität führen.

Warum haben Thermoelemente einen Farbcode?

Ein Thermoelement besteht aus zwei Leitern aus unterschiedlichen Metallen, die am Messpunkt miteinander verbunden sind. Die Kombination dieser Metalle bestimmt den Thermoelementtyp und damit den Messbereich sowie die jeweilige Anwendung. Eine Übersicht der lieferbaren Ausführungen finden Sie in der Kategorie Thermoelemente.

Die Farbkennzeichnung ermöglicht eine schnelle und eindeutige Identifikation. Sie zeigt sowohl den Thermoelementtyp als auch, welcher Leiter positiv und welcher negativ ist. Das ist entscheidend für eine korrekte Messung: Werden die Leiter vertauscht angeschlossen, misst der Regler in die falsche Richtung. Wird der Thermoelementtyp verwechselt, verwendet das Auswertegerät eine unpassende Kennlinie, wodurch die angezeigte Temperatur von der tatsächlichen abweicht. Wie die Umrechnung von Thermospannung in einen Temperaturwert abläuft, erläutert der Beitrag zur Funktionsweise von Thermoelementen.

Die eindeutige Identifikation über den Farbcode verhindert somit Messfehler und Anschlussfehler und trägt insbesondere in industriellen Anlagen, in denen schnell und sicher gehandelt werden muss, zu einem zuverlässigen Betrieb bei.

Die wichtigsten Farbcodenormen für Thermoelemente

Weltweit sind unterschiedliche Normen zur Farbkennzeichnung von Thermoelementen im Einsatz. Daher muss vor der Identifikation bekannt sein, welche Norm angewendet wird.

IEC 60584-3: Farbkennzeichnung in Europa

In Europa gilt die IEC-Norm (DIN EN 60584-3). Der Minusleiter ist grundsätzlich weiß, der Plusleiter und der Außenmantel sind typabhängig gekennzeichnet. Bei eigensicheren Leitungen für Ex-Bereiche ist der Außenmantel unabhängig vom Thermoelementtyp hellblau, die Innenleiter behalten ihre normgerechten Farben.

ANSI MC96.1: Farbcode in den USA

In den USA und Australien gilt die ANSI-Norm. Hier ist der Minusleiter grundsätzlich rot, der Plusleiter ist typabhängig gekennzeichnet. Dies weicht von der üblichen Farbzuordnung in der Elektrotechnik ab und kann zu Verwechslungen führen.

DIN 43710 und weitere ältere Normen

In Bestandsanlagen sind weiterhin ältere Normen wie DIN 43710, BS 1843 oder JIS anzutreffen. Deren Farbkennzeichnungen unterscheiden sich teilweise erheblich von IEC und ANSI und stellen insbesondere bei älteren oder importierten Maschinen eine potenzielle Fehlerquelle dar.

Hinweis: Die Farbkennzeichnung dient der schnellen Orientierung. Bei älteren oder importierten Anlagen ist jedoch stets die Typbezeichnung am Thermoelement oder die technische Dokumentation maßgebend.

Thermoelementtypen und ihre Farben im Überblick

Die folgende Tabelle zeigt die gängigsten Thermoelementtypen mit ihrem Werkstoff, dem indikativen Temperaturbereich und der Farbkennzeichnung nach IEC- und ANSI-Norm. Beachten Sie beim Lesen: Bei IEC ist der Minusleiter weiß, bei ANSI ist der Minusleiter rot.

TypWerkstoffTemperaturbereich (indikativ)IEC (+ / −)ANSI (+ / −)
KNiCr-Ni (Chromel-Alumel)−200 bis +1.260 °Cgrün/weißgelb/rot
JFe-CuNi (Eisen-Konstantan)−210 bis +750 °Cschwarz/weißweiß/rot
TCu-CuNi (Kupfer-Konstantan)−200 bis +350 °Cbraun/weißblau/rot
ENiCr-CuNi (Chromel-Konstantan)−200 bis +900 °Cviolett/weißviolett/rot
NNiCrSi-NiSi (Nicrosil-Nisil)−200 bis +1.200 °Crosarot/weißorange/rot
RPt13Rh-Pt (Platin-Rhodium / Platin)0 bis +1.600 °Corange/weißschwarz/rot
SPt10Rh-Pt (Platin-Rhodium / Platin)0 bis +1.600 °Corange/weißschwarz/rot
BPt30Rh-Pt6Rh (Platin-Rhodium)+600 bis +1.700 °Cgrau/weißgrau/rot*

* Die ANSI-Norm legt für Typ B keine eindeutige Farbe für die Messleiter fest. Temperaturbereiche sind indikativ und abhängig von Ausführung, Drahtdurchmesser und Umgebung.

Die vollständige Übersicht zum Herunterladen finden Sie in unserem PDF zu den Thermoelement-Farbcodes.

In Deutschland ist die IEC-Codierung der gängige Standard. Einen verbreiteten Typ wie Typ K erkennen Sie am grünen Plusleiter, während Typ J einen schwarzen Plusleiter hat. Für Hochtemperaturanwendungen, etwa bei Typ R oder S, gilt Orange auf der Plusseite.

Eine ausführliche Beschreibung der einzelnen Typen, ihrer Werkstoffpaarungen und Einsatzgebiete finden Sie in unserem Leitfaden zu Thermoelementen.

Farbcodes auf Thermo- und Ausgleichsleitungen

Die Farbkennzeichnung gilt auch für Thermo- und Ausgleichsleitungen. Dadurch lässt sich der Thermoelementtyp über die Leitung eindeutig erkennen. Die Polaritätskennzeichnung entspricht der jeweiligen Norm: Bei IEC ist der Minusleiter weiß, bei ANSI rot; der Plusleiter trägt die typabhängige Farbe.

Zusätzlich kennzeichnet ein Buchstabe den Leitungstyp. X steht für eine Thermoleitung aus den gleichen Werkstoffen wie das Thermoelement (z. B. KX, JX). C kennzeichnet eine Ausgleichsleitung aus Ersatzwerkstoffen (z. B. KCA, KCB). Die Farbkennzeichnung entspricht dabei weiterhin dem jeweiligen Thermoelementtyp. Welche Leitung zu welchem Typ passt, erläutert der Beitrag zu Ausgleichsleitung und Thermoleitung.

Typ und Polarität schnell erkennen

Zur Identifikation unbekannter Thermoelementleitungen empfiehlt sich folgende Vorgehensweise:

  1. Norm bestimmen: Minusleiter weiß = IEC, Minusleiter rot = ANSI.
  2. Typ identifizieren: Anschließend die Farbe des Plusleiters gemäß der ermittelten Norm auswerten.
  3. Typbezeichnung prüfen: Zur eindeutigen Identifikation die Kennzeichnung am Thermoelement oder die technische Dokumentation heranziehen.

Diese Reihenfolge verhindert Fehlinterpretationen durch unterschiedliche Farbzuordnungen.

Zusätzliche Merkmale können die Identifikation unterstützen. Der Magnetismus der Leiter ist typabhängig: Beim Typ J ist der Plusleiter (Eisen) deutlich magnetisch, beim Typ K ist der Minusleiter (Alumel) leicht magnetisch, der Plusleiter (Chromel) nicht. Außerdem entsprechen bei der IEC-Norm Außenmantel und Steckerfarbe der Typfarbe des Plusleiters und ermöglichen so eine schnelle Zuordnung.

Häufige Fehler bei Thermoelementfarben

Beim Anschluss von Thermoelementen treten häufig folgende Fehler auf:

  • Falsche Polaritätszuordnung: In der ANSI-Norm kennzeichnet Rot den Minusleiter, nicht den Plusleiter.
  • Fehlinterpretation des weißen Leiters: Weiß steht bei IEC für den Minusleiter, bei ANSI Typ J jedoch für den Plusleiter.
  • Verpolung: Vertauschte Leiter führen zu einer Messung in falscher Richtung und können Fehlfunktionen der Temperaturregelung verursachen.
  • Vertrauen auf die Farbkennzeichnung allein: Bei älteren oder importierten Anlagen können abweichende oder verblasste Farbcodes zu Fehlzuordnungen führen.

Ein typisches Anzeichen für eine Verpolung ist ein fallender Temperaturwert, obwohl die tatsächliche Temperatur ansteigt.

Thermoelement Farbcode Frenz GmbH

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Zum Lieferprogramm gehören Thermoelemente der Typen K, J, T, N, R und S in verschiedenen Bauformen, darunter Bajonett-, Mantel-, Steck- und Oberflächenthermoelemente – als Lagerware oder Maßanfertigung bereits ab Stückzahl 1.

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Häufig gestellte Fragen zum Thermoelement-Farbcode

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Warum zeigt mein Thermoelement eine fallende Temperatur an?

Eine häufige Ursache ist eine vertauschte Polarität. Sind Plus- und Minusleiter falsch angeschlossen, erfolgt die Messung in entgegengesetzter Richtung. Steigt die tatsächliche Temperatur, während der Messwert fällt, sollte die Polarität überprüft werden.

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Wie erkenne ich, ob IEC- oder ANSI-Farben gelten?

Entscheidend ist der Minusleiter: Weiß kennzeichnet die IEC-Norm (DIN EN 60584-3), Rot die ANSI-Norm (MC96.1). Erst danach sollte die Farbe des Plusleiters zur Typbestimmung herangezogen werden.

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Reicht die Farbe zur Bestimmung des Thermoelementtyps?

Nein. Die Farbkennzeichnung dient der schnellen Identifikation, kann jedoch durch verblasste Markierungen oder abweichende ältere Normen irreführend sein. Für eine eindeutige Zuordnung sind die Typbezeichnung am Thermoelement oder die technische Dokumentation maßgebend.

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Welche Farbe hat der Plusleiter eines Thermoelements Typ K?

Nach IEC ist der Plusleiter grün und der Minusleiter weiß. Nach ANSI ist der Plusleiter gelb und der Minusleiter rot. Daher sollte vor der Zuordnung stets die verwendete Norm bestimmt werden.