Thermoelement Typ L

Ein Thermoelement Typ L ist ein industrieller Temperatursensor mit Eisen und Konstantan als Leitermaterialien, standardisiert nach der deutschen Norm DIN 43710. Typ L wird vor allem in bestehenden europäischen Anlagen eingesetzt, deren Regelapparatur und Verkabelung auf die DIN-Codierung abgestimmt sind.

Zusammensetzung von Thermoelementen Typ L

Ein Thermoelement Typ L (Fe-CuNi) besteht aus zwei Drähten unterschiedlicher Werkstoffe: einem positiven Schenkel aus Eisen (Fe) und einem negativen Schenkel aus Konstantan, einer Kupfer-Nickel-Legierung (CuNi). An der Messstelle sind die beiden Drähte miteinander verbunden. Sobald zwischen dem Messpunkt und der Anschlussseite ein Temperaturunterschied entsteht, erzeugt der Seebeck-Effekt eine messbare Thermospannung, die ein Regler oder Anzeigegerät in eine Temperatur umrechnet.

Was Typ L von anderen Fe-CuNi-Thermoelementen unterscheidet, ist die Norm, unter der es standardisiert wurde. Typ L folgt DIN 43710, der älteren deutschen Industrienorm, die im April 1994 zugunsten der internationalen IEC 60584 zurückgezogen wurde. Typ J basiert auf derselben Werkstoffpaarung, ist jedoch nach IEC 60584 genormt und besitzt eine abweichende Kennlinie und Farbcodierung.

Die Kennlinie von Typ L weicht geringfügig von der des Typ J ab, sodass die beiden Typen nicht ohne Anpassung der Reglereinstellung gegeneinander ausgetauscht werden können. Für eine grundlegende Erklärung des thermoelektrischen Messprinzips siehe den Beitrag Wie funktioniert ein Thermoelement? Eine ausführliche Darstellung.

Der theoretische Messbereich eines Thermoelements Typ L liegt nach DIN 43710 zwischen −200 °C und +900 °C. In der industriellen Praxis arbeiten gängige Ausführungen bis circa 750 °C. Oberhalb von 770 °C durchläuft das Eisen eine magnetische Phasenumwandlung (Curie-Punkt), ab der die Messung unzuverlässig wird.

Zur Ermittlung des genauen Temperaturwerts aus dem Millivolt-Signal wird eine Tabelle (Spannungstabelle nach DIN 43710) herangezogen, die dem Thermoelement Typ L den zugehörigen Messwert zuordnet. Die Anschlusskabel folgen der DIN-Farbcodierung: ein roter positiver Draht und ein blauer negativer Draht. Weitere Informationen zur Farbkennzeichnung aller Thermoelementtypen finden Sie im Beitrag Thermoelement Farbcode.

Thermoelement Typ L im Sortiment von Frenz

Typ L ist bei Frenz als Konfigurationsoption innerhalb der Standard-Mantelthermoelemente lieferbar, neben den Typen J und K. Jede Ausführung wird auf Maß zusammengestellt, abgestimmt auf die spezifische Messkette und die Kompatibilitätsanforderungen Ihrer bestehenden Anlage. Dabei werden Mantelwerkstoff, Länge, Kabelmaterial und Anschlussart individuell konfiguriert. Im Thermoelement-Sortiment finden Sie die verfügbaren Bauformen.

Für den festen Einbau mit Bajonettkupplung eignet sich ein Bajonett-Thermoelement. Für beengte Einbausituationen oder schwer zugängliche Messpunkte bietet ein flexibles Thermoelement mit Mantel aus Edelstahl oder Inconel und MgO-Isolierung die nötige Flexibilität. Bei Aufstellungen mit Vibrationen ist ein Thermoelement mit Montagestreifen die geeignete Wahl.

Für Oberflächenmessungen an ebenen oder zylindrischen Objekten stehen scheibenförmige, Unterleg-, Winkel- und Spannband-Thermoelemente zur Verfügung, jeweils ohne die Wandung zu durchbohren.

Darüber hinaus ist Typ L als integriertes Thermoelement in Heizpatronen lieferbar, in drei Montagevarianten: isoliert vom Mantel, mit dem Mantel verbunden oder frei positionierbar über die Länge der Patrone. In Spiralheizkörpern für Hot-Runner-Anwendungen kann ein Typ-L-Sensor mitgeführt werden.

Maßanfertigung ist bei jeder Ausführung ab 1 Stück möglich. Die Spezialisten von Frenz beraten Sie über die richtige Kombination aus Mantel, Länge, Kabel und Anschluss, abgestimmt auf Ihre bestehende Anlage.

Wann ist ein Thermoelement Typ L die richtige Wahl?

Die Entscheidung für ein Thermoelement Typ L ist in der Regel eine Frage der Kompatibilität mit einer bestehenden Anlage. Typ L passt in vier typische Situationen:

Erstens beim Austausch eines vorhandenen Typ-L-Sensors in einer Produktionsanlage, deren Regler nicht auf einen anderen Typ umgestellt werden kann. Zweitens bei einem PID-Regler, der auf DIN 43710 oder Typ L eingestellt ist. Drittens bei einer vollständigen Messkette (Kompensationsleitung, Stecker, Regler), die bereits in Typ-L-Konfiguration steht.

Und viertens bei älteren europäischen Produktionsanlagen aus der Zeit vor 1994, die mit DIN-konformer Apparatur ausgestattet sind. In der Praxis betrifft das vor allem Bestandsanlagen in der Kunststoffverarbeitung, im Maschinenbau und in der Lebensmittelindustrie, in denen ein Austausch der gesamten Messkette wirtschaftlich nicht sinnvoll ist.

Für neue Installationen mit moderner, IEC-konformer Regelapparatur liegt ein Thermoelement Typ J in der Regel näher, da es auf der aktuellen internationalen Norm IEC 60584 basiert. Bei Anwendungen, die höhere Temperaturen erfordern, ist ein Thermoelement Typ K die übliche Alternative. Benötigen Sie eine Ausgleichsleitung für Typ L, achten Sie auf die korrekte DIN-Farbcodierung (rot/blau), um Messfehler in der Kette zu vermeiden.

Thermoelement Typ L von Frenz GmbH

Benötigen Sie ein Thermoelement Typ L für Ihre bestehende Anlage? Typ L wird auf Maß zusammengestellt, basierend auf Ihrer vorhandenen Messkette. Die Spezialisten von Frenz prüfen gemeinsam mit Ihnen die Kompatibilität mit Ihrem Regler, Ihrer Verkabelung und Ihren Steckern und stellen die passende Ausführung ab 1 Stück zusammen.

Im ultimativen Leitfaden Thermoelemente finden Sie eine Übersicht aller Typen und Bauformen. Oder kontaktieren Sie direkt einen Spezialisten von Frenz GmbH: kein Auswahlmenü, keine Warteschleife, sondern jemand, der Ihre bestehende Messkette versteht.

Kontakt: info@frenztechnik.de / +49 (0) 2351 552 599-1

Häufig gestellte Fragen zu Thermoelement Typ L

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Was ist ein DIN-Thermoelement?

Ein DIN-Thermoelement ist ein Thermoelement, das nach einer deutschen Industrienorm standardisiert wurde. Für Fe-CuNi-Thermoelemente ist das DIN 43710 (Typ L). Die Norm wurde im April 1994 zugunsten der internationalen IEC 60584 zurückgezogen. In bestehenden europäischen Anlagen sind DIN-Thermoelemente jedoch bis heute ein fester Bestandteil des industriellen Sensorangebots.

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Welche Leitung gehört zu einem Thermoelement Typ L?

Für Typ L wird eine Kompensationsleitung nach der deutschen DIN-Farbcodierung gemäß DIN 43714 verwendet: ein roter positiver Draht und ein blauer negativer Draht. Eine Leitung mit abweichender Codierung, etwa nach IEC 60584 (Typ J: schwarz/weiß), verursacht einen systematischen Messfehler in der Messkette, weil die Referenzkurven voneinander abweichen.

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Bis zu welcher Temperatur misst ein Thermoelement Typ L?

Der theoretische Messbereich eines Thermoelements Typ L liegt nach DIN 43710 zwischen −200 °C und +900 °C. In der industriellen Praxis arbeiten gängige Ausführungen bis circa 750 °C. Oberhalb von 770 °C durchläuft das Eisen eine magnetische Phasenumwandlung (Curie-Punkt), die die Messung unzuverlässig macht.

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Funktioniert Typ L mit meinem vorhandenen Regler?

Das hängt von der Einstellung des Reglers ab. Die meisten industriellen PID-Regler unterstützen sowohl Typ J als auch Typ L über eine Einstellung im Menü, vorausgesetzt, die Verkabelung und die Stecker sind ebenfalls auf Typ L abgestimmt. Bei Unsicherheit: Senden Sie ein Foto Ihres vorhandenen Sensors und Reglers an Frenz, dann prüfen die Spezialisten die Kompatibilität.